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PR & Marketing für Dienstleister in der Kranken- und Altenpflege

Ganz ohne Skrupel soziale Dienstleistungen verkaufen

 

Menschen selbstlos zu helfen, ist ein Verhalten, das in unserer christlich geprägten Gesellschaft mit schlichter Anerkennung belohnt wird. Haben deswegen professionell Helfende oft Skrupel, für Ihren Einsatz ein angemessenes Entgelt zu verlangen?

Um Missverständnisse von vorneherein auszuschließen: Es soll im folgenden um Leistungen gehen, die von Kunden privat gezahlt werden – ein Bereich, in dem auf ambulante Pflegedienste viele unerschlossene Ressourcen warten. Die Nachfrage zum Beispiel an haushaltsnahen Dienst- und niedrigschwelligen Betreuungsleistungen steigt beständig und ist derzeit größer als das Angebot.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Oft bekomme ich als Antwort auf meine Anregungen zu hören: „Das machen wir doch eigentlich schon immer so nebenher, dafür können wir doch nicht plötzlich Geld verlangen“. Es handelt sich meist um Dienstleistungen wie gleich morgens zum Pflegeeinsatz beim Kunden Brötchen und Zeitung mitbringen oder mal schnell noch den Müll mitnehmen und ein bisschen aufräumen oder kleine Besorgungen machen, denn es liegt ja auf dem Weg.

Einzeln betrachtet mag jeder dieser „kleinen Gefallen“ kaum Zeit oder Mühe kosten, hochgerechnet auf 50 Pflegekunden wird daraus ein betriebswirtschaftlicher Fehler, wenn sie unbezahlt geleistet werden.

Unterstützung im Bereich des allgemeinen Hilfebedarfs

Fügt man diesen bisher unentgeltlich geleisteten Diensten weitere hinzu wie etwa regelmäßiger Lebensmitteleinkauf, Besuchs- und Fahrdienste, Hilfen beim Schriftverkehr, Vorlesen, Begleitung zu Veranstaltungen oder Frühjahrsputz, Bepflanzung der Balkonkästen, Gardinen waschen, Hilfe beim „Ausmisten“, dann entsteht ein ganz neuer Angebotskomplex.

putzeimerDafür lässt sich eine Preisliste entwickeln, in der sich bestimmte Leistungen auch zu kostengünstigen Paketen bündeln lassen: „Alles rund um den Frühjahrputz“ oder „Frühstückservice“. Solche Dienste erledigen ungelernte Teilzeitkräfte oder Zivildienstleistende. Natürlich müssen diese haushaltnahen Dienstleistungen entsprechend beworben und vermarktet werden.

Pflegekunden akquirieren

Der Zusatzvorteil des neuen Angebots: Auf diese Weise erhält ein Pflegedienst Neukunden mit einem allgemeinen Hilfebedarf. Fühlen sich diese gut versorgt, dann vertrauen sie bei steigendem Hilfebedarf erfahrungsgemäß einem Pflegedienst, dessen Dienstleistungsbereitschaft und Zuverlässigkeit sie bereits schätzen gelernt haben.

Damit kann ein Pflegeanbieter übrigens selbstbewusst ein Zeichen setzen: Mit dem Angebot haushaltsnaher Dienstleistungen gegen Bezahlung wird vielen erst klar, dass soziale Dienste etwas wert sind. Und Menschen, die in sozialen Berufen arbeiten, werden so neben schlichter Anerkennung auch eine Bezahlung erhalten, von der sie besser leben können als bisher.

Autor/Copyright: Marion Seigel, care-comm

Foto:© BirgitH/PIXELIO

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