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care-comm unterstützt “wir pflegen e.V.”, die nationale Interessenvertretung für pflegende Angehörige

Als neues Mitglied bei “wir pflegen” e.V. unterstütze ich künftig die Arbeit der Interessenvertretung für pflegende Angehörige im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Der Verein setzt sich für alle pflegenden Angehörigen in Deutschland ein, darunter sind junge Eltern, die ein mehrfach behindertes Kind pflegen, ebenso wie der Ehemann, der seine an Multipler Sklerose (MS) erkrankte Frau versorgt, oder die erwachsene Tochter, die ihre pflegebedürftigen Eltern oder dmenzkranke Großeltern betreut.

Ein internationales Forschungsprojekt, an dem das heutige Vorstandsmitglied Dr. Hanneli Döhner vor Jahren mitgearbeitet hatte, brachte es an den Tag: In Deutschland gab es bis 2008 – im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern – keinerlei Interessenvertretung für die 1,4 Millionen pflegenden Angehörigen. Zwar existieren unzählige regionale Initiativen, Institutionen, Selbsthilfegruppen oder auch nationale, krankheitsbezogene (Alzheimer, Schlaganfall, MS, und so weiter) Interessenverbände für Pflegebedürftige und deren Angehörige. Aber es fehlte bislang eine Vereinigung, die mit einer Stimme für alle pflegenden Angehörigen spricht, um ihre Anliegen zu bündeln und in politische Forderungen umzusetzen.

wir pflegen Interessentvertretung für pflegende Angehörige

Deshalb gründete sich 2008 der Verein „wir pflegen“, um mehr Mitspracherecht, mehr politisches Gewicht sowie bessere Information zur Situation pflegender Angehöriger zu erreichen. Dafür hatten die rund 40 Gründungsmitglieder elf Leitlinien erarbeitet und 33 konkrete Vorschläge entwickelt, wie sich diese Leitlinien politisch und gesellschaftlich umsetzen lassen. Inhaltlich orientieren sich die Forderungen an den Leitlinien der europäischen Organisation zur Interessenvertretung pflegender Angehöriger (Eurocarers).

Als dann 2010 das „Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung“ ausgerufen wurde, einigten sich die Mitglieder von „wir pflegen“ darauf, ihre Aktivitäten auf das Thema „Armut durch Pflege“ zu konzentrieren. „Wer hinter der Reform der Pflegeversicherung 2008 ein Sicherheitsnetz vermutet, das pflegende Angehörige vor dem Absturz in die Armut rettet, der täuscht sich“, warnt Hanneli Döhner. Deshalb will der Verein dokumentieren, wie sehr pflegende Angehörige Opfer von Diskriminierung, Armut und Hartz IV werden, weil unser System der „Pflegeunterstützung im eigenen Haus“ viel schlechter bewertet und bezahlt als die Pflege im Heim.

Und so hat die Arbeitsgemeinschaft „Armut durch Pflege“ Betroffene dazu aufgerufen, ihr Schicksal öffentlich zu machen. Insgesamt haben bislang 18 pflegende Angehörige diesen Mut gehabt. Sie erzählten ihre Geschichte den beiden Dokumentarinnen von „wir pflegen“, Susanne Haltermann und Helen Günther. Daraus haben die beiden Frauen eine erschütternde Dokumentation von 18 Familienschicksalen entwickelt.

In seinen Regionalgruppen unterstützt der Verein vor Ort: Bei regelmäßigen Treffen erhalten die Mitglieder neben dem Rückhalt durch persönliche Kontakte, die Möglichkeit, Teil eines Netzwerks zu werden. Es hilft durch Information und Fortbildung dabei, dass man eigene Fähigkeiten und Ressourcen erweitert und besser nutzen kann. Ziel ist es, die pflegenden Angehörigen zu stärken und ihnen auch vor Ort eine Stimme zu geben, die man nicht so einfach überhören kann.

Ein weiteres wichtiges Zukunftsthema des Vereins “wir pflegen” ist die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, die auf der Basis bisheriger Gesetzesinitiativen so nicht möglich ist. Werden Menschen, die im Beruf stehen und gleichzeitig pflegebedürftige Angehörige versorgen, nicht wirksam entlastet, dann werden auch sie ihren Beruf aufgeben und durch Pflege arm werden. Angesichts eines wachsenden Fachkräftemangel in allen Branchen muss es aber im eigenen Interesse der Unternehmen liegen, die Arbeitskraft ihrer erfahrenen Mitarbeiter nicht zu verlieren. Kreative Unternehmer sind also gefragt. Sie können profitieren von den Erfahrungen und dem geballten Wissen, das die Mitglieder des Vereins “wir pflegen” bieten. Nehmen Sie ruhig Kontakt auf.

Die Interessenvertretung für pflegende Angehörige “wir pflegen” e.V. freut sich natürlich über Spenden, Förderer und neue Mitglieder!

 

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